
Es gibt viele Legenden und Anekdoten über die Entdeckung des Kaffees, wohl die bekannteste und die schönste dieser Geschichten erzählt von einem Ziegenhirten namens Kaldi, der seine Ziegen im äthiopischen Hochland weidete. Eines Tages fand Kaldi seine Ziegen wild hüpfend um einen Strauch mit dicken dunkelgrünen Blättern. Kaldi gefiel die Stimmung seiner Ziegen und er beschloss die Pflanze zu probieren. Obwohl er die Kerne nicht zerkauen konnte, war die belebende Wirkung der grünen Blättern und der roten Kirschen so stark, dass Kaldi das Gefühl hatte nie wieder müde oder griesgrämig zu sein. Ob man dieser Geschichte Glauben schenkt oder nicht ist dem Leser überlassen, aber eins steht fest, alles weist darauf hin dass die Heimat des Kaffeestrauchs in den Bergwäldern des alten Königreichs Kaffa, im Hochland von Äthiopien liegt.
Während der Kaffee seinen Siegeszug in Afrika und Asien in den
Jahren 700-1500 n.Ch. feierte war dieser Getränk in Europa gänzlich
unbekannt.
Der Kaffee wurde damals
ausschließlich im Hochland Äthiopiens und in Jemen angebaut und der
Handel mit der Kaffeebohne beschränkte sich hauptsächlich auf den
islamischen Kulturkreis. Jahrhundertelang hatten die Araber ihr
Geheimnis gehütet und verboten die Ausfuhr keimfähiger Bohnen. Erst um
1600 brachten Reisende und Kaufleute die Kaffeebohnen nach Europa. Seit
dem war der Siegeszug der Kaffeebohne auch in Europa nicht mehr
aufzuhalten. Doch zunächst war der Genuss dieses exotischen Getränks fas
nur den Adeligen und sehr reichen Kaufleuten vorbehalten. Die Mehrheit
der Bevölkerung konnte sich den Kaffee einfach nicht leisten, weil er
sehr teuer war. So entwickelte sich der Kaffee zu einem Luxusgut und
wurde vor allem von gut betuchten Kunden konsumiert.

Der Kaffee wurde nicht nur als Genussmittel
konsumiert, sondern auch als Medizin. Dem Kaffe wurden nicht nur
beruhigende, sondernauch belebende und sogar stimulierende Wirkungen auf
den Körper und Geist nachgesagt.
Der berühmte persische Philosoph
und Arzt Ibn Sina soll die Wirkung des Koffeins bereits um 1015 als
hervorragend stimulierendes Pharmakon erkannt und als Heilmittel
verwenden haben. Heute belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien,
dass Kaffee in Maßen genossen (vier bis fünf Tassen pro Tag) nicht nur
gesundheitlich unbedenklich ist, sondern sogar gesundheitsfördernde
Eigenschaften besitzt. Nach dem Genuss von Kaffee erhöht sich zum
Beispiel die Aufmerksamkeit und die Gedächtnisleistung wird verbessert.
Wie neuere Studien belegen, verringert Kaffee auch das Risiko
Gallensteine zu bilden und schützt vor degenerativen Gehirnkrankheiten.


